Stoploss als Risikomanagement? (Teil 1)

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Einen Stoploss zu verwenden ist eines der ersten Dinge, die man beim Börsehandel lernt. Und natürlich muss man Börsengeschäfte, die sich nicht wie geplant entwickeln, irgendwann wieder beenden und Verluste realisieren. Wird dazu aber ein klassischer Stoploss verwendet, bei dem man bei einem bestimmten Kursniveau eine Verkaufsorder platziert, wiegt man sich in falschen Sicherheit. Dieser Beitrag versucht das Thema „Stoppsetzung“ aus einem etwas anderen Blickwinkel zu betrachten und bedient sich dabei Textauszügen aus dem Buch von Thomas Vittner „Das Trading Tagebuch“.

Stoplosss – was steckt dahinter?

Wir möchten in diesem Beitrag nicht darüber sprechen, wie und wo man einen Stoploss setzt und ob ein Stopp Loss die Performance verbessert oder nicht. Vielmehr möchten wir auf einen Irrtum hinweisen, dem viele Börsianer unterliegen.

Wie bereits in der Einleitung erwähnt kann in manchen Märkte, beim Einsatz bestimmter Produkte und bei manchen Strategien ein Stopp Loss eine sinnvolle Ergänzung sein. Aber eines ist ein Stopp keinesfalls: ein Risikomanagement. Und dabei ist es nicht relevant, ob es sich um einen Prozent-, einen ATR-, einen Zeit- oder um sonst eine Art von Stoploss handelt. Sehen wir weiter und bleiben wir dabei in den Aktienmärkten.

Alle Märkte haben ihre Besonderheiten und bei US-Aktien sind das geschlossene Börsen von 22 Uhr bis 15.30 Uhr am nächsten Tag. Das erste Problem bei der Stoppsetzung ist, dass die dafür gewählten Kursmarken durch Kurslücken (Gaps) über Nacht übersprungen werden können. So greifen Stopps oftmals zu spät und das Risikomanagement mit dem bekannten R-Vielfachen wird torpediert.

Stoploss und Slippage (unsaubere Kursausführung)

Ein weiteres Problem beim Stoploss ist die Slippage. Gerade in Zeiten, wo man möglichst rasch aus einem Börsenngeschäft raus will (also meist dann, wenn der Kurs schnell wird und gegen einen läuft), wollen alle anderen auch aussteigen. Dementsprechendes Gedränge herrscht am „Ausgang“ und statt zu 44,98 kommt man erst zu 44,66 raus, weil der Stopp zu spät greift. Das hat mit der Funktionsweise dieser Order-Art zu tun. Denn ein Stopp wird, sobald der Kurs erreicht wird, zu einem unlimitierten Verkaufsauftrag umgewandelt und wenn es rasch geht, fallen die Notierungen kräftig weiter, bis die eigene Order endlich an die Reihe kommt.

Anmerkung

Es sei erwähnt, dass es auch limitierte Stopps gibt, aber bleiben wir beim Klassiker, den unlimitierten Stopps.

Wir haben nun schon zwei Argumente (Slippage, Gaps) angesprochen, die die Verwendung von Stopps durchaus problematisch erscheinen lassen.

Anmerkung

Selbst ein Zeitstopp, der, so viel sei verraten, auch bei den Aktien Strategien von moomoc zur Anwendung kommt, ersetzt kein Risikomanagement. Denn auch ein Ausstieg am Tag X kann problematisch werden, wenn es in den Tagen davor zu einer starken Bewegung entgegen der gewünschten Richtung kommt.

Wenn also ein klassischer Stoploss keine adäquate Risikokontrolle darstellt, was dann? Wie kann man sein Aktien Depot vor Kurseinbrüchen schützen? Hierfür existieren zwei Möglichkeiten und eine davon sehen wir uns in diesem Beitrag an:

Position Sizing (Positionsgrößenwahl) anstelle eines Stoploss

Gute Aktienhändler verteilen ihren Einsatz auf mehrere Trades. Dabei ist es von Vorteil, nicht nur ein Modell, sondern einen Vielzahl von Systemen zu traden. Denn dadurch sinken die Positionsgrößen und man legt nicht alle Eier in einen Korb. In diesem Fall handelt es sich übrigens um eine weitgehend korrekte alte Börsenregel, die man aber auch nicht übertreiben sollte, indem man zu viele Eier sammelt. Auch aus diesem Grund bieten wir bei moomoc sehr viele verschiedene Strategien an.

Untersuchen wir Kurseinbrüche näher, fallen dabei zwei Arten auf. Wir haben es unter anderem mit dem Einzelaktienrisiko zu tun. Davor schützt nur eine möglichst geringe (aber noch sinnvolle) Positionsgröße (siehe den vorhergehenden Absatz).

Bleibt noch das Marktrisiko an Tagen wie dem Flash Crash oder 9/11. Hier zeigt sich, dass trotz allgemeiner Turbulenzen die Aktien Strategien vom moomoc nur kurzfristige Dämpfer erleiden und sich rasch nach so einem verheerenden Ereignis wieder erholen. Trotzdem ist das Position Sizing in Extremsituationen, wenn der gesamte Aktienmarkt einbricht, nutzlos. An Tagen wie 9/11 wird diese Technik nicht weiterhelfen. Dafür existiert eine andere Möglichkeit, die wir das nächste Mal ansprechen. Teil 2 hier

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