Buy and hold

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Buy and Hold. Also das kaufen und halten von Aktien oder ganz allgemein – passives Investieren in Indizes oder andere Asset Klassen – erlebt Dank der neuen Gattung der Robo Advisor einen regelrechten Boom. Und sicher – in den letzten 8 Jahren machte Buy & Hold Spaß, vorausgesetzt, man hat entweder in die richtigen Einzelaktien oder überhaupt in die richtige Asset Klasse investiert, denn nicht alles ist gestiegen, auch wenn es den Anschein haben mag. Aber wie sieht es mit Buy & Hold aus, wenn wir wieder in eine deutliche Korrektur laufen, und dabei sei es jedem selbst überlassen zu beurteilen, wie groß diese Gefahr nach acht Jahren Bullenmarkt (der längste Bullenmarkt im Dax in seiner Geschichte…) geworden ist.

Buy and Hold am Beispiel Dax

Sehen wir uns für ein Buy and Hold Beispiel ein passives Investment (mit einem ETF) in einen Index wie den Dax genauer an. Was weiter unten in der Grafik zu sehen ist, ist die Rendite-Entwicklung des deutschen Leitindex seit seiner Auflage in den 70er Jahren. Die Performance liegt bei etwas mehr als + 7% pro Jahr. Gar nicht mal übel auf lange Sicht. Wenn man es durchgehalten hat. Denn was nachdenklich stimmt ist die Volatilität dieser Anlage. Und das Chance/Risikoverhältnis – und zwar in zweierlei Hinsicht.

Dax
Quelle: Deutsches Aktieninstitut

 

Zum einen sah der Index in der jüngsten Geschichte mehrere drastische Einbrüche. Wir nennen das im Fachjargon Drawdown. Dieser Drawdown lag zweimal (2000 – 2003 & 2008-2009) deutlich über 65%. Über 65% (!) Das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen. Würden Sie diesen Verlust aushalten? Ja? Nicht so schnell, denn die Erfahrung lehrt uns anderes.

Wir wissen, dass Anleger ab einem Drawdown von 10% bereits nervös werden. Factsheets und Performance Report hin und her. Erklärungen bei Abschluss des Vermögensverwaltungsvertrages hin und her. Besprechung der Verlustrisiken etc. hin und her. Alles ändert nichts an einer wichtigen Grundregel: ein Verlust, den man mit seinem eigenen, hart verdienten Geld selbst erlebt, der schmerzt mehr als ein Verlust, den man auf dem Papier sieht. Denn bei zweitem fehlt die emotionale Bindung. Man zuckt mit den Schultern, weil man nicht gespürt hat, wie es sich anfühlt, wenn man in den roten Bereich rutscht. Und es ist einem egal, weil man sieht, dass die Entwicklung danach wieder nach oben lief, was man nie mit Sicherheit sagen kann, wenn man in einem Drawdown live drin steckt.

Denken Sie also nochmals nach, ob Sie mehr als 65% Minus aushalten? Und das, für eine „Belohnung“ von 7% pro Jahr. Ist buy and hold also noch immer das Maß aller Dinge? Wir bei moomoc würden uns ein Produkt mit einem derart schlechten Chance Risikoverhältnis nicht anbieten trauen. Auch unsere Systeme, vor allem die volatilsten wie Perseus oder Draco, haben Drawdowns knapp unter 60% (unter – nicht über…). Aber dann steht auch eine andere Renditeerwartung dem gegenüber und nicht bloß 7%. Vergleichen Sie dazu die nachfolgende Grafik, die das Chance Risikoverhältnis der moomoc Systeme mit denen eines Dax oder S&P 500 vergleicht. Wir denken, diese Matrix sagt mehr als 1000 Worte.

rendite risiko verhaeltnis moomoc 2000-2017
Quelle: eigene Daten

Buy and Hold und Durststrecken

Weiterhin ist nicht nur die Tiefe des Drawdowns entscheidend denn gleichermaßen auch seine Länge. Der Dax brauchte ab dem Jahr 2003 mehr als 7 Jahre, bis er sich wieder auf neue Höchsstände hiefte. Um dann 2008 erneut abzustürzen und wieder fast 6 Jahre zu brauchen, bis Ihr Investment erneut ins Plus gelaufen wäre. Angemessen? Noch immer passabel für 7% pro Jahr? Buy and Hold ist also noch immer „vernünftig“? Erneut kann die Antwort nur lauten: nein – das Chance Risikoverhältnis stimmt nicht denn fast 8 Jahre Durststrecke hält niemand durch.

Nun muss noch ergänzt werden, dass Renditen nicht alles sind. Die Überrendite, die eine Anlage erzielt (oder umgekehrt die „Unterrendite“) muss immer in Relation zum Risiko gesehen werden. Es ist in Ordnung, wenn manche Strategien – egal ob Buy and hold oder aktiv gemanagt, die Märkte nicht schlagen. Auch hier wird gerne falsch berichtet und gesagt, dass viele Fondsmanager den Index gar nicht schlagen. Hat aber schon mal jemand (außer den Profis die das natürlich wissen) daran gedacht, dass diese Fondsmanager den Indes vielleicht gar nicht schlagen wollen? Oder anders gesagt, dass deren Produkt so ausgelegt ist, dass es weniger schwankt schwankt wie die Benchmark (zb. Buy and hold auf den Dax) und daher gar nicht auf eine Outperformance ausgerichtet ist? Es ist ok, wenn eine Anlage in guten Zeiten dem Markt hinterher hinkt, wenn sie in schlechten Zeiten weniger Verluste macht als die Benchmark.

Doch dieser Elchtest steht allen Robo Advisor noch bevor. Doch bei moomoc sieht man wenigstens, was historisch gesehen geschehen wäre, was – aus praktischer aber auch juristischer Sicht – aber kein Indikator für zukünftige Entwicklungen ist. Aber alle, die den Börsenhandel verstehen (oder besser gesagt verstehen wollen) wissen das auch ohne einen solchen Risikohinweis.

Fazit Buy and hold

Als Fazit bleibt, dass Buy and hold von manchen gerne als die einzig „vernüftige“ Art der Geldanlage dargestellt wird. Doch die Argumente, die dafür ins Rennen geschickt werden, entbehren jeder Grundlage. Weiterhin ist Buy and Hold generell mit einem schlechten Chance Risikoverhältnis behaftet und dieser Beitrag sollte wachrütteln. Wie immer gilt letztlich: der Erfolg gibt einem Recht. Und der Anleger soll nie alles auf eine Karte setzen und nie alles in eine Anlageform stecken. Auch hier macht es eine gesunde Mischung.

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